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Wie gut ist deine Hilfengebung? Der 1-Minute-Test für Profis & Perfektionisten

Heute gibt’s was für die Perfektionistinnen unter euch. Alle anderen dürfen es natürlich auch gerne versuchen, aber mal ganz unter uns: Ihr habt keine Chance, wenn ihr nicht wirklich pingelig seid.

Es geht um eine Übung, die wie keine zweite die Biegefähigkeit deines Pferdes abfragt und innerhalb von 1 Minute deine gesamte Hilfengebung auf die Probe stellt. Sie ist eine Firstclass-Lektion zur Überprüfung der Durchlässigkeit deines Pferdes und auf einer Skala von 1 (Krabbelgruppe) bis 10 (Hochbegabten-Club) liegt sie definitiv bei 7 oder 8.

Geritten wird sie eigentlich häufiger, in den allermeisten Fällen liegt die Ausführungsqualität allerdings bei einer 3 oder einer 4. Ohne sich ihres enormen gymnastizierenden Wertes bewusst zu sein, wird die Übung meist nur lieblos und husch-husch ein-zweimal heruntergeleiert. Irgendwie rein und irgendwie wieder raus.

Na, hast du schon eine Idee, wovon ich spreche? Natürlich vom Zirkel verkleinern und vergrößern! Bevor ich dir jetzt erzähle, wie die Traumausführung aussieht, machen wir mal einen kleinen Test. Schließe die Augen und stell dir dein letztes Zirkel verkleinern und vergrößern, in jedem kleinen Detail an das du dich erinnern kannst, vor.

Ey-Augen zu!!

Ok, hast du es vor deinem inneren Auge gesehen? Prima. Und jetzt kommt die Masterfrage: Aus welcher Perspektive hast du die Übung vor Augen gehabt?

Wenn du sie aus der Reiterperspektive „angeschaut“ hast, also aus dem Sattel heraus, dann ist das völlig verständlich, aber es zeigt nur einen winzig kleinen Ausschnitt des Ganzen. Du siehst nämlich nur das, was vor dir passiert und verlierst den Blick fürs Gesamtbild. Gerade das ist aber bei dieser Übung von entscheidender Bedeutung.

Also starten wir einen zweiten Versuch:
Schließe die Augen und stell dir vor, du bist ein wenig geschrumpft, sagen wir mal auf die Größe einer Playmobilfigur und du bist nun der Navigator einer Drohne, die über deinem Reitplatz fliegt. Und aus dieser Perspektive schaust du dir nun selbst beim Reiten zu. DAS ist eine der Perspektiven aus der du deutlich mehr erkennen und deine Übung viel effektiver bewerten kannst.

Egal wie dein eigenes Feedback für dein Zirkel verkleinern und vergrößern ausgefallen ist, ich sage dir heute, worauf es wirklich ankommt und wie du eine wirklich perfekte Version der Übung hinbekommst.

Die goldene Regel dafür lautet  – und die darfst du dir gerne an die Hallenwand sprayen: Auf jedem gerittenen Meter ist dein Pferd von den Ohren bis zur Schweifrübe gleichmäßig gebogen. Nochmal:

Auf jedem gerittenen Meter dieser Übung ist dein Pferd von den Ohren bis zur Schweifrübe gleichmäßig gebogen.
D-a-s    i-s-t   m-e-g-a-w-i-c-h-t-i-g!!!

Denn nur so kannst du erkennen, bis zu welchem Punkt die Übung deinem Pferd hilft und ab welchem Punkt sie schadet.

Beginnen wir mit dem Zirkel verkleinern:

Beim Zirkel verkleinern geht es darum langsam und stetig den Umfang der Kreislinie auf der du dich mit deinem Pferd bewegst zu reduzieren. Dafür arbeitet ihr euch spiralförmig von außen nach innen. Ohne visuelle Hilfe in Form von Ufos, Pylonen oder ähnlichem ist die Gefahr groß, dass ihr zwar kleinere Kreise zieht,

  • diese aber nicht mehr gleichmäßig rund sind,
  • die Spirale nicht gleichförmig entwickelt wird,
  • ihr zu schnell oder zu langsam verkleinert.

Nutzt ihr allerdings den Meisterkreis mit seinem wunderbar symmetrischen Aufbau, so hast du zu jeder Zeit die absolute Übersicht über die zu reitende Linie und gleichzeitig direkt das Kontrollinstrument, das dir sagt, wann oder wo du nicht sauber navigiert hast. Somit hast du gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen!

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Ein weiterer Vorteil ist, dass du genau erkennen kannst, wann dein Pferd mit der Übung unterfordert ist, wann es sinnvoll gefordert und gymnastiziert wird und ab wann es überfordert wird

Dies alles kannst du ganz exakt und fast auf den Zentimeter genau bestimmen. Somit hast du wunderbare Kontroll- und Vergleichswerte für dein Training und kannst dadurch den Trainingsfortschritt ganz klar erkennen und bist nicht auf ein „So in etwa war es glaub` ich letze Woche auch“ angewiesen.

Wichtig für die perfekte Ausführung:

1. Dein Pferd ist von den Ohren bis zur Schweifrübe gleichmäßig gebogen. Das habe ich glaube ich schon mal gesagt… ;-) Wer hier den Hals stärker biegt als den restlichen Teil der Wirbelsäule seines Pferdes, hat die Übung leider verdorben. Das passiert häufiger als du vielleicht glauben magst, also wirf doch beim reiten ab und zu mal einen Blick nach hinten. Man kann aus dem Sattel heraus ziemlich gut erkennen, welchen Biegungsgrad die Brustwirbel- und Lendenwirbelbereiche deines Pferdes haben. Daran gleichst du seine Halsbiegung an. Nicht umgekehrt!

2. Der Takt deines Pferdes bleibt stets der Gleiche. Um das sicher beurteilen zu können, solltest du den Rhythmus seiner Schritte, Tritte oder Sprünge mitzählen. Und zwar am besten laut, denn was dir hilft, hilft genauso auch deinem Pferd und so kannst du es in schwierigen Situationen durch dein akustisches Signal unterstützen und motivieren.

3. Du verkleinerst von außen nach innen und genau das gilt auch für deine Hilfen. Der Innere Zügel hat lediglich die Aufgabe für eine leichte (!!!) Stellung zu sorgen, ansonsten ist er arbeitslos. Du dirigierst dein Pferd über eine Rotation deines Oberkörpers in Bewegungsrichtung und deinen äußeren Oberschenkel mit dem Knie ins Zirkelinnere. Dein äußerer Zügel unterstützt diese Arbeit in dem er nach innen wirken darf, deine äußere Hand bleibt dabei aber unter allen Umständen auf der äußeren Halsseite.

4. Dein Oberkörper bleibt stets senkrecht zum Boden. Kommst du in Kipp- oder Schräglage (Einknicken in der Hüfte) oder hängst du gar im Sattel eher nach außen, kann dein Pferd seine Aufgabe nicht erfüllen, weil es ständig damit beschäftigt ist, dich auszubalancieren und gegen deine Schiefe anzuarbeiten.

An Punkt 1 und 2 erkennst du auch sofort, an welchem Punkt der Übung euer effektiver Trainingspunkt liegt.

Solange Biegung, Takt und Tempo gleichmäßig, rhythmisch und harmonisch bleiben, trainiert dein Pferd im grünen Bereich. Verliert es eine dieser Kriterien, verspannt sich, hebt Kopf und Hals übermäßig an oder verliert seine Durchlässigkeit, ist irgendetwas schief gelaufen. Entweder hast du deinen positiven Sitz verloren, deine Zügeleinwirkung war vielleicht zu stark oder die Kreislinie ist bereits zu klein und somit (noch) zu anspruchsvoll für dein Pferd. Vergrößere Also den Zirkel wieder bis zu dem Punkt, an dem alles „rund“ läuft. ;-) Und damit sind wir auch schon beim Zirkel vergrößern angekommen.

Das Zirkel vergrößern

Für das Zirkel vergrößern gelten fast alle Punkte, die auch fürs Verkleinern wichtig sind:

Eine gleichmäßige Biegung, ein rhytmischer Takt, ein möglichst tadelloser Sitz und eine präzise Hilfengebung sind auch hier der Schlüssel zum Erfolg. Und ebenso wie beim Verkleinern übernimmt auch jetzt der Meisterkreis wieder seinen Job als dein perfekter Trainingsassistent. Mit ihm hast du die Möglichkeit den Zirkel in regelmäßigen Spiralen langsam und sauber zu vergrößern. Er zeigt dir z. B. sofort auf wann und wo du dein Pferd über die äußere Schulter verlierst und ihr beiden schneller als eigentlich gewünscht nach außen driftet. Der Meisterkreis unterstützt euch beide genau dabei, diesen Fehler zu vermieden, denn du kannst viel zielgerichteter navigieren und dein Pferd profitiert enorm von den Führungslinien am Boden, die ihm helfen immer in der richtigen Spur zu bleiben.

Na, Lust aufs Ausprobieren bekommen? Dann ab in den Sattel. Und eine Winzlingsversion von dir lässt du in der Drohne mitfliegen, damit du dir stets ein inneres Bild von eurer Übung aus der Vogelperspektive machen kannst.  : )

Natürlich kannst du diese Übung – genauso wie alle anderen Übungen des Kreis-Meister-Konzepts – auch ganz prima vom Boden aus erarbeiten.

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Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Ausprobieren!

Liebe Grüße
Eure Tine


Und wie immer gilt: Fragen? Trau dich zu fragen! Ich bin ziemlich nett. ;-)

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Von |2021-11-25T11:18:54+01:00November 25th, 2021|Besser reiten mit Tine, Kreis-Meister-Konzept|0 Kommentare

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